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Pflegen Sie Ihre wertvolle Gitarre! Sie können mit richtiger
Behandlung und dem Einhalten der folgenden Tips viel dafür tun, daß
Sie auch noch nach langer Zeit viel Freude an Ihrem Instrument haben.
Sommer- und Winterzeit haben durch Luftfeuchtigkeit und Temperatur unterschiedlichen
Einfluß auf Ihre Lakewood-Gitarre, je nachdem Sie in trockenen oder feuchten
Gebieten unseres Planten leben.
Sommer
Obwohl wir ausschließlich getrocknete und abgelagerte Tonhölzer
in speziell klimatisierter Umgebung verarbeiten, dauert es noch bis zu einem
Jahr nach der Erstellung des Instruments, bis sich alle Leimfugen, Wölbungen
und Flächen stabilisiert haben.
Unsere Gitarren sind in kritischen Bereichen (Körperbau, Halsanfertigung)
unter klimatischen Bedingungen von 20° Grad Celsius und 38-44% relativer
Luftfeuchtigkeit entstanden. Andere Bereiche sind nicht weiter klimatisiert,
weil sich unsere Instrumente auch schon vor dem Verlassen der Werkstatt an wechselnde
Bedingungen gewöhnen müssen.
Wenn allerdings besonders in den Sommermonaten die relative Luftfeuchtigkeit
über 60% steigt, nehmen die Hölzer der Gitarre Feuchtigkeit auf. Dies
beruht auf einer natürlichen Eigenschaft des Materials "Holz"
und hat nichts mit mangelnder Vorsorge in der Herstellung des Instruments zu
tun.
Je nach Feuchtigkeit werden folgende Symptome mehr oder weniger auftreten:
- Decke und Boden verstärken ihre bereits vorhandene Wölbung. Bei
sehr starker Feuchtigkeitszufuhr kann es sein, daß sich der Oberklotz
der Gitarre, in dem der Hals befestigt ist, auf dem Boden des Instruments
"abzeichnet". Dieser Oberklotz ist auf einer großen Fläche
mit dem Boden verleimt und kann der unnatürlichen Überwölbung
des Bodens nicht folgen.
- Leimfugen an Rändern und Einlegearbeiten werden geringfügig sichtbar
und manchmal auch fühlbar. Dies hat mit dem Zusammentreffen von unterschiedlich
auf Feuchtigkeit reagierenden Materialien zu tun.
- Die Saitenlage kann sich erhöhen. Dies hat damit zu tun, daß
sich durch Auswölbung von Decke und Boden die Geometrie des Gitarrenkörpers
verändert und der Hals zwischen Kopf und Ansatz am Körper einen
konkaven Verlauf nimmt. Außerdem kann extreme Feuchtigkeit (70% rel.
und mehr) dazu führen, daß sich die Bundstäbchen lösen
und ihre Funktion als stabilisierendes Moment im Gitarrengriffbrett verloren
geht.
- Die Lackoberfläche kann bei starker Feuchtigkeit Folgeschäden
der Veränderung des Holzes zeigen. So ist es möglich, daß
der Lack in die Poren des Holzes nachsinkt und die Lackoberfläche kosmetische
Beeinträchtigungen erhält.
- Der Klang Ihrer Gitarre wird bei zunehmender Feuchtigkeit matt und leise.
Wenn Ihre Gitarre einige der beschriebenen symptome aufweist, so raten wir Ihnen
dringend Ihre Umgebung mit einem Luftfeuchte-Meßinstrument zu kontrollieren
und Abhilfe zu schaffen. Überzeichnete Wölbungen von Decke und Boden
bilden sich zwar in aller Regel wieder zurück und auch der Klang wieder
wieder so sein, wie sie ihn gewöhnt waren. Dennoch kann zu hohe Feuchtigkeit
dauerhafte Schäden hervorrufen. Diese Schäden sind nicht durch unsere
10-jährige Gewährleistung abgedeckt.
Was können Sie also tun, um es Ihrem Instrument gut gehen zu lassen?
- Bewahren Sie Ihre Gitarre nie in einem dunklen und feuchten Keller auf.
Auch im Koffer ist die Gitarre dort nicht geschützt, weil sich im Kofferinnern
ein feuchtes Mikroklima aufbauen kann.
- Benutzen Sie Ihren Koffer nur für Transportzwecke. Stellen Sie Ihre
Gitarre in einen Gitarrenständer; achten Sie aber darauf, daß der
Standort nicht nahe einer Wärmequelle oder im direkten Sonnenlicht ist.
- Vergessen Sie Ihre Gitarren nicht im Kofferraum Ihres Autos. Dort kann sich
das Instrument bei Sonneneinstrahlung im Koffer extrem erhitzen. Starke Erwärmung
führt zum Lösen der Leimverbindungen an Körper und Hals. Dies
kann die Spielbarkeit und Geometrie des Instruments nachhaltig schädigen.
Durch starke Hitze hervorgerufene Schäden sind nicht durch die Gewährleistung
abgesichert.
Winter
In den Wintermonaten kann es zu einer relativen Luftfeuchtigkeit von weniger
als 35% kommen. Die dadurch hervorgerufenen Trockenschäden können
erheblich sein und Ihr Instrument stark beeinträchtigen. Je nach dem Grad
der Trockenheit können folgende Symptome auftreten:
- Die Wölbung von Decke und Boden wird geringer und kann im Extremfall
flach oder sogar konkav werden. Diese Mißbildungen gehen bei Aufbewahrung
in normaler Feuchtigkeit von 50-60% innerhalb einiger Tage wieder zurück.
- Die Lackierung wird durch dieses Trockenvorgang beeinflusst und erscheint
unebener. Wenn diese Erscheinung andauert, kann sie bei einer hochglanzpolierten
Lackoberfläche durch neuerliches Schleifen und Polieren beseitigt werden.
- Die Leimfugen zwischen Hölzern und Einlegearbeiten werden sichtbar
und fühlbar. Auch nach Beendigung der Trockenphase bleiben diese Erschenungen,
gefährden jedoch nicht Klang oder Stabilität der Gitarre.
- Das Griffbrett schrumpft und die Enden des Griffbretts stehen scharfkantig
heraus. Dadurch biegt sich der Hals konvex und verursacht ein Schnarren der
Saiten in den ersten 4-6 Lagen der Gitarre. Bei zunehmender Feuchtigkeit begradigt
sich der Hals in der Regel oder kann mit Hilfe des Halsstabes nachgestellt
werden. Die Überstände der Bundstäbchen können von einem
Fachmann entfernt werden.
- Der Steg der Gitarre oder ein Teil der Beleistung von Decke und Boden kann
sich bei starker Trockenheit lösen, da z.B. Wuchsrichtung von Gitarrensteg
und Decke gegensätzlich sind und auch ihre Schwundmaße so voneinander
differieren.
- Risse an Decke oder Boden können entstehen. Diese Schäden haben
kostspielige Konsequenzen, da neben den Leimarbeiten in aller Regel auch Arbeiten
an der Lackoberfläche notwendig werden. Bei einer fachgerechten Ausführung
der Reparatur ist aber nicht mit einem Klangverlust des Instruments zu rechnen.
Trockenschäden durch zu geringe Luftfeuchtigkeit sind nicht durch unsere
Gewährleistung abgesichert. Es liegt bei Ihnen selbst, dafür zu sorgen,
daß Ihr Instrument in richtig klimatisierter Umgebung verwendet und aufbewahrt
ist. Allgemein ist zu sagen, daß nicht automatisch Schäden durch
geringe Luftfeuchtigkeit auftreten, so wie auch nicht alle Gitarren zur gleicher
Zeit und Klima an der selben Stelle einen Riß produzieren.
Erneut: Was können Sie tun, um Schäden zu vermeiden?
- Kontrollieren Sie die Luftfeuchtigkeit an dem Aufbewahrungsort Ihrer Gitarre
und lassen sie sie bei ca. 20° Grad Celsius nicht unter 40-45% fallen.
- Falls das nicht möglich ist, verwenden Sie Gitarrenbefeuchter wie das
"Dampit", mit dem Sie das Gitarreninnere befeuchten können.
Allerdings hat dies keinen Einfluß auf Hals und Bundstäbchen.
Etwas Grundsätzliches zu Luftfeuchte-Meßinstrumenten (Hygrometer)
Leider sind die allermeisten der am Markt angebotenen Hygrometer recht ungenau
und lassen nur bedingt Schlüsse auf die tatsächliche Luftfeuchtigkeit
zu. Digitale Geräte sind manchmal etwas accurater, lassen sich jedoch im
Allgemeinen nicht eichen. Haar-Hygrometer, die auf analoge Weise anzeigen, können
nach Anleitung (liegt den Geräten bei) geeicht werden. Diese Eichung ist
in größeren zeitlichen Abständen notwendig, weil das "Haar"
in den Meßgeräten seine Elastizität durch zunehmende Trockenheit
einbüßt.
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